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Jahresabschlussübung 2017

Es wäre der Horror: Eine Explosion im Kesselhaus bei Meister Leisten. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, übt hier die Gesamtfeuerwehr Rüthen.

Rotierendes Blaulicht, laut tönende Sirenen und ein Großaufgebot der Rüthener Feuerwehr bei den Meister Werken: Alle drei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Rüthen sind im Einsatz. Aus dem Kesselhaus auf dem Werksgelände strömen dichte Rauchwolken, Mitarbeiter werden vermisst, einige rufen verzweifelt um Hilfe, giftige Stoffe drohen auszutreten und könnten eine Umweltkatastrophe auslösen.

Doch zum Glück handelte es sich bei diesem Szenario am Freitagabend nicht um eine ernsthafte Katastrophe. Alles war simuliert, die Mitarbeiter waren eingeweiht und der Qualm wurde durch Disco-Rauch erzeugt: Die Gesamtwehr Rüthen probte bei ihrer diesjährigen Jahresabschlussübung für den bitteren Ernstfall. Dabei lag das Hauptaugenmerk auf der Menschenrettung.

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Explosion im Kesselhaus simuliert

Um punkt 18.40 Uhr wurde die Brandmeldeanlage im Inneren der Gebäude durch eine starke Rauchentwicklung ausgelöst. Die angenommene Ursache: Eine Explosion im Kesselhaus. Automatisch wurden die Löschzuge 1 und 3 alarmiert, waren innerhalb weniger Minuten vor Ort, wo einige Mitarbeiter die Wehrmänner bereits erwarteten.

Doch zunächst schien die Lage noch ungewiss: Wo brennt es? Sind noch Mitarbeiter im verqualmten Gebäude? Werden giftige Stoffe gelagert, die eventuell sogar in die Umwelt gelangen könnten? Schnell wurde klar: Das können die Feuerwehrleute des ersten und dritten Löschzuges nicht alleine bewältigen, Löschzug 2 wurde hinzu gerufen und die Losung von „Brand drei“ auf „Brand vier“ erhöht.

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Währenddessen kämpften sich bereits die ersten Wehrmänner mit Atemschutzmasken und Absicherungen durch die verqualmte Produktionshalle, in der noch Mitarbeiter vermutet wurden. „Hilfe, Hilfe“, hörte man es auch von draußen rufen. Vermutet wurde: Zwei weitere Mitarbeiter sind durch die Explosion womöglich auf das Dach eines Containers gestürzt und schwer verletzt worden. Weitere vier Wehrmänner kletterten daher mit schwerem Gerät und einer Trage auf den Container, damit die Verletzten schnellstmöglich geborgen werden konnten.

„Die Menschenrettung hat oberste Priorität, selbst wenn es im Inneren noch brennt“, betonte Feuerwehr-Sprecher Kevin Teipel. Doch die Rettung gestaltete sich aufgrund der Höhe des Containers und ein angrenzendes Geländer, hinter dem sich der Verletzte befand, sogar noch schwieriger als vermutet, so dass die Drehleiter hinzugezogen werden musste.

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Während die ersten Mitarbeiter bereits gerettet werden konnten, galt es für Löschzug 2 die chemischen Stoffe, welche in Kunststoffbehältern auf dem Gelände lagerten, zu sichern. Zwar seien diese für den Menschen ungefährlich, doch für die Umwelt in höchstem Maße giftig. Mithilfe von Kanalplänen konnten die Wehrmänner des zweiten Löschzuges schnell nachvollziehen, wo sich die Rückhaltebecken auf dem riesigen Gelände befinden und wie weit die Flüssigkeit aus den beschädigten Behältern bereits in die Umwelt gelangt war. Schnell konnten die defekten Behälter abgesichert und die Gullys vor der gefährlichen Flüssigkeit verschlossen werden.

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In einer nun folgenden Diskussionsrunde galt es, die Eindrücke der diesjährigen Abschlussübung noch einmal zu reflektieren „und gemeinsam zu überlegen, was in Zukunft noch besser gemacht werden kann“, erklärte Wehrleiter Philipp Büngeler.

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Quelle:Westfalenpost, Rilana Teipel (02.10.2017)

Fotos: Kevin Teipel (Feuerwehr Rüthen)

Zugübung Löschzug 3

Löschzugübung Zug 3

Der dicht aufsteigende Rauch ist schon kilometerweit zu sehen. Ursache ist ein brennendes Stoppelfeld am Ortsausgang Kneblinghausens. Die zur Hilfe gerufene Feuerwehr kümmert sich jedoch nicht sofort um den Flächenbrand. Priorität hat eine junge Frau, die mit ihrem Pkw, unaufmerksam durch das Feuer, gegen eine Landmaschine gefahren ist, in ihrem Fahrzeug eingeklemmt wurde. Trotzdem ist die junge Frau guter Dinge, schließlich handelt es sich nur um eine Übung des Löschzuges 3 der Freiwilligen Feuerwehr.

„Personen, die verletzt aufgefunden werden, sollen betreut werden“, erläutert Andreas Schrewe. Daher verschaffen sich die Wehrleute zunächst Zugang in das Auto, um der eingeklemmten Frau zu helfen. „Es ist für die Leute im Auto wichtig, dass sie haargenau wissen, was außen passiert.“ Eventuell stünden die eingeklemmten Personen auch unter Schock. „Das ist ja keine Situation, die einem täglich passiert“, so Schrewe. Als die Kallenhardter Einheit mit den hydraulischen Rettungssatz eintrifft, kann die junge Frau befreit werden: Die Frontscheibe wird ausgesägt, das Autodach entfernt.

Erst in der ver­gan­ge­nen Woche war es zu einem rea­len Flä­chen­brand auf einem Stop­pel­feld bei Kal­len­hardt ge­kom­men.

Inzwischen auf dem Stoppelfeld: Hier geht es darum, die Ausbreitung des brennenden Strohs möglichst gering zu halten. „Was brennt, ist eh verloren. Daher geht es darum, das Feuer möglichst einzudämmen und ein Übergreifen auf Gebäude zu verhindern“, erklärt Löschzugführer Rolf Langer. Schließlich steht in direkter Nachbarschaft zum brennenden Stoppelfeld eine Scheune.

Derweil versuchen die Wehrleute, das Feuer mit Hilfe von Feuerklatschen zu ersticken. Eine schweißtreibende Arbeit, immer wieder lodern Glutnester auf. „Das ist ein guter Lerneffekt mit der Feuerklatsche anstatt mit Wasser zu arbeiten“, erläutert Rolf Langer. „So ein realistisches Feuer hat man nicht oft bei einer Übung.“

Löschfahrzeug mit Frontsprühdrüsen im Einsatz Alle Gerätschaften parat: Die Löschgruppen aus Meiste, Kneblinghausen und Kallenhardt verbessern bei der Übung ihre Zusammenarbeit.

Inzwischen ist das TLF 3000 – ein Tanklöschfahrzeug – im Einsatz. Der mit Frontsprühdrüsen ausgestattete Wagen fährt außen um das Feuer herum, befeuchtet die noch nicht brennenden Stoppeln. „Das Fahrzeug kann man gut für Flächenbrände nutzen. So wird dafür gesorgt, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet“, erklärt Schrewe.

Anschließend laufen zwei Feuerwehrmänner neben dem Fahrzeug her, löschen das Feuer mit Hilfe eines Schlauchs. „Mit wenig Wasser“, betont Langer.

Bei einem echten Einsatz wäre trotzdem wahrscheinlich nicht nur dieses eine TLF vor Ort. Entweder würde nachalarmiert, um mehrere Wasser führende Fahrzeuge im Einsatz zu haben oder es würde eine Leitung gelegt – in diesem Fall von der Schützenhalle Kneblinghausen, wo sich der nächste Hydrant befindet, bis zum brennenden Stoppelfeld.

Quelle: Westfalenpst / Tanja Frohne

Fotos: Feuerwehr

Zugübung Rüthen 1

Löschzugübung Zug 1

Ein Großaufgebot an Feuerwehr rückte am Mittwochabend zur Zugübung des Löschzuges 1 aus. Ein schwerer Verkehrsunfall mit 3 eingeklemmten Personen und einem brennenden PKW wurde den Kameraden gemeldet. Schon auf Anfahrt war eine dunkle Rauchwolke zu erkennen. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellte sich heraus, dass zwei PKW zusammengestoßen sind. Im ersten PKW befand sich eine eingeklemmte Person, dieser PKW hatte bereits Feuer gefangen. Im zweiten PKW waren zwei Personen eingeklemmt. Eine weitere Person befand sich außerhalb der Fahrzeuge und hatte durch den Schock einen Kreislaufzusammenbruch erlitten.

Eine zufällig vorbeifahrende Fahrschule konnte den Verletzten bereits Erste Hilfe leisten.

Nach Erkundung durch den ersteintreffenden Gruppenführer ging ein Trupp unter Atemschutz zu dem brennenden PKW vor und konnte das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Die in dem brennenden Fahrzeug eingeklemmte Person konnte nach Ablöschen des Feuers aus dem PKW befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden.

Die nachrückenden Einsatzkräfte des Löschzuges 1 begannen parallel mit den Rettungsarbeiten am zweiten PKW. Die beiden Insassen, die vom Notfalldarstellungs-Team Warstein gestellt wurden, wurden bereits durch das DRK Rüthen medizinisch versorgt. Nach Absprache mit dem Notarzt, wurde das Dach des PKW vollständig entfernt, sodass die beiden eingeklemmten Personen schonend gerettet werden konnten.

Nach ca. 1 Stunde konnte die Zugübung erfolgreich beendet werden. Die beiden Organisatoren waren sehr zufrieden mit der Arbeit der Kameradinnen und Kameraden. 

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Zugübung Zug1

Zugübung Löschzug 1

„Eingeklemmte Kinder unter Baumstamm“ lautete das Einsatzstichwort am vergangenem Mittwoch für den Löschzug 1 der Feuerwehr Rüthen. Die ersten Einsatzkräfte fanden im Gewerbegebiet Lindental einen Grundstückseigentümer vor, der von eingeklemmten Kindern und seiner zusätzlich verqualmten Produktionshalle für Brennholz berichtete. Des weiteren seien in seiner Halle auch noch bis zu drei Personen vermisst. Mit Atemschutz ausgerüstet machten sich zwei Trupps auf den Weg in die Produktionshalle, um die Vermissten zu retten. Parallel dazu wurden die beiden von Baumstämmen eingeklemmten Kinder gerettet. Um an eins der Kinder zu gelangen, welches in ca. 2 Meter Höhe lag, mussten  die Einsatzkräfte eine LKW-Rettungsplattform aufbauen.

Erst danach konnte das Kind mit  Hilfe der hydraulischen Rettungsgeräte befreit werden. In der Zwischenzeit haben die Trupps  unter Atemschutz die vermissten Personen in der Produktionshalle aufgefunden und an das   DRK Rüthen zur medizinischen Betreuung übergeben. Um genügend Löschwasser für die  Brandbekämpfung an der Einsatzstelle zu haben, wurde weiterhin eine Wasserversorgung zu einem Hydranten aufgebaut. An dieser Übung nahmen 33 Kräfte des Löschzuges Rüthen und 6 Kräfte des DRK Rüthen.

 

Zugübung Zug 3

Zugübung Zug 3

Kallenhardt. Schillerndes Blaulicht, laut tönende Sirenen und ein Großaufgebot der Feuerwehr im Kallenhardter Ortskern, drei Löschfahrzeuge und eine Drehleiter sind im Einsatz. Aus dem Obergeschoss vom Romantik Hotel Knippschild strömen dichte Rauchwolken, ein PKW ist gegen die Hauswand gerast, im Fahrzeug befinden sich schwer verletzte Personen, ein Passant wurde unter dem Auto eingeklemmt.  Doch glücklicherweise handelte es sich bei diesem Szenario am frühen Samstagnachmittag nicht um den Ernstfall, sondern um eine Inszenierung: Die Dorfbewohner und Mitarbeiter des Hotels sind eingeweiht und der Qualm wurde mithilfe einer Nebelmaschine erzeugt.

Der Löschzug drei von Meiste, Kneblinghausen und Kallenhardt probte bei seiner diesjährigen Jahresübung für den bitteren Ernstfall „Das Hotel ist ein tückisches Gebäude, es ist sehr verwinkelt und bietet sich daher für unsere Übung optimal an“, erklärte Zugführer Rolf Langer, der die Wehrübung am Samstag koordinierte. „Heute liegt das Augenmerk auf der Menschenrettung nach einem Verkehrsunfall“. Und dieser Verkehrsunfall hatte es in sich: Gegen 14 Uhr verlor ein PKW auf der Hauptstraße die Kontrolle und prallte mit voller Wucht gegen die Hauswand des Hotels. Lichterlohe Flammen schossen aus dem Motorraum des Wagens, die schnell auf die Hauswand übergingen und zu einer starken Rauchentwicklung im Hotelinneren führten. Doch die nur wenige Meter entfernte Feuerwehr des dritten Löschzuges war  innerhalb kürzester Zeit an der Unfallstelle und wusste genau, was zutun ist. Eine Bereitstellungsplane mit allem, was zur technischen Rettung benötigt wird, wurde aufgeschlagen. Währenddessen kümmerten sich die ersten Wehrmänner bereits um die verletzten Personen, die sich noch im PKW befinden.

Aufgrund des starken Aufpralls hatte sich dieser so verzogen, dass die Insassen zunächst freigeschnitten werden mussten. Schnell wurde klar: Nun zählt jede Sekunde, denn die zwei Männer im Wagen sind schwer verletzt und haben Platzwunden am Kopf, die stark bluten. Ein Feuerwehrmann schnitt die hintere Scheibe ein und bannte sich einen Weg in das Auto, um die Personen zunächst zu beruhigen. Währenddessen wurde bereits die Fahrertür mit großem Gerät abgeklemmt, was sich jedoch aufgrund der starken Beschädigung des PKWs als sehr mühsam erwies. Doch die verletzten Personen im Auto waren nicht die einzigen Menschen, die in Gefahr waren. Nach einem Gespräch mit dem Hoteleigentümer wurde schnell klar, dass sich noch weitere Menschen in dem inzwischen verqualmten Gebäude befinden. Zwei Wehrmänner unter Atemschutzmaske stürmten in das Treppenhaus mit einer Trage, damit die Verletzten schnellstmöglich geborgen werden konnten.

Doch die Rettung gestaltete sich sogar noch schwieriger als zunächst vermutet: Der dichte Qualm, der inzwischen schon bis ins Untergeschoss gezogen war, erschwerte die Sicht im Gebäude enorm. Mühsam kämpften sich die Feuerwehrmänner durch den Qualm, bis sie die bewusstlose Person schließlich aus einem Hotelzimmer bergen konnten.  Ein weiterer Gast war noch ansprechbar und konnte mit der Drehleiter durch die Fenster gerettet werden. Währenddessen war bereits ein weiteres Fahrzeug eingetroffen und stellte eine Löschwasserversorgung sicher, um den Brand an der Fassade unter Kontrolle zu bringen. „In einer nun folgenden Diskussionsrunde gilt es, die Eindrücke der diesjährigen Übung noch einmal zu reflektieren und gemeinsam zu überlegen, was in Zukunft noch besser gemacht werden kann“, erklärte Zugührer Rolf Langer im Hinblick auf die Ziele der Übung. Doch eines steht bereits jetzt außer Frage: Die Wehrmänner des Löschzuges drei agieren stets höchst professionell und schnell, sodass sich die Bürger auch in einem Ernstfall keinerlei Sorgen um ihre Sicherheit machen müssen.

Quelle: Westfalenpost, Rilana Teipel